
Soziale Unterschiede in Kleinbasel
Während die Kleinbasler Altstadt schon viele Jahrhunderte besteht, entwickelten sich die Quartiere Clara und Wettstein erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts.
Das Wettsteinquartier war in dieser Zeit noch kaum bebaut. Um den Badischen Bahnhof befanden sich erst einzelne Häuser. In den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts setzte eine vermehrte Bautätigkeit ein. Grosse Teile des Viertels wurden jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet.
Soziale Unterschiede in Kleinbasel
Mitte des 19. Jahrhunderts war auch das an die Altstadt angebaute Claraquartier erst locker bebaut. Zahlreiche Häuser befanden sich an der Hammerstrasse und am Riehenring. Bis zur Jahrhundertwende erfolgte die beinahe lückenlose Bebauung des Quartiers.
Unsichtbare Grenze durch Kleinbasel
Die Fläche des Wettsteinquartiers ist mit 75,5 Hektaren deutlich grösser als die Altstadt (24,3) und das Claraquartier (23,2) zusammen. Die Aufteilung in das Obere und das Untere Kleinbasel ist trotz der unterschiedlich grossen Flächen nur scheinbar willkürlich: Der Schnitt erfolgt in der Fortsetzung der Mittleren Brücke, in der Greifengasse, also im Zentrum Kleinbasels. Er zieht sich durch die Clarastrasse und die Rosentalstrasse weiter bis hin zum Hirzbrunnenquartier.
Mit dieser Aufteilung wird die Altstadt Kleinbasels, das Claraquartier und das Rosentalquartier, getrennt. Sie dient nebst den Quartieren, die Basel gliedern, als weiterer, grosszügigerer Raster zur besseren Orientierung.
Soziale Unterschiede in Kleinbasel
Oberes und Unteres Kleinbasel stehen für gewisse soziale Unterschiede. Während im Unteren Kleinbasel die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner eher hoch ist, ist sie im Oberen Kleinbasel tendenziell tiefer.

Soziale Unterschiede in Kleinbasel
Unterschiede lassen sich auch hinsichtlich der genutzten Wohnungsflächen pro Person und der durchschnittlichen Nutzung pro Wohneinheit feststellen. Das belegen Zahlen des Statistischen Amtes: Im Matthäus-Quartier etwa leben gegen 400 Menschen, im Klybeck 382 Menschen pro Hektare. Im Wettsteinquartier hingegen sind es lediglich deren 137, In der Altstadt 174.
Die durchschnittliche Wohnfläche, die pro Person beansprucht wird, liegt in der Altstadt bei 45, im Claraquartier bei 37 Quadratmeter. Im Wettsteinquartier wohnen 1,8 Bewohner pro Wohneinheit und in der Altstadt 1,6. Im Rosental- und im Klybeckquartier sind es hingegen 2,1, im Claraquartier 1,8.
Diese Zahlen deuten auf einen höheren Lebensstandard im Oberen Kleinbasel hin, der auch rein optisch sichtbar ist: Die Häuser im Wettsteinquartier sind grosszügiger als im Mätthäusquartier. Auch das Umfeld ist es. In der Altstadt ist es vor allem die ältere, sanierte Bausubstanz nahe des Rheins, die eine erhöhte und nachgefragte Lebensqualität bietet.
Ein klarer Unterschied besteht auch beim Ausländeranteil: Während dieser im Rosental-, im Klybeck- und im Matthäusquartier bei über fünfzig Prozent liegt, weist er im Claraquartier 37, in der Altstadt 32 und im Wettsteinquartier knapp 28 Prozent auf.
„Integrale Aufwertung“ angestrebt
Die sozialen Unterschiede haben nicht zuletzt mit der Entwicklung der Industrie und des Hafens im Kleinbasel zu tun: Im Oberen Kleinbasel ist an der Grenzacherstrasse eine der beiden grossen Basler Chemieunternehmungen, Roche, in mehr oder weniger kompakter Form angesiedelt. Im Unteren Kleinbasel entwickelte sich die Industrie geografisch weit weniger homogen: Zusammen mit dem Hafengelände, das sich gegen das ehemalige Fischerdorf Kleinhüningen erstreckt, beansprucht sie einen beträchtlichen Teil des Unteren Kleinbasel.
Die Kantons- und Stadtentwicklung Im Präsidialdepartment Basel-Stadt legt seit einigen Jahren ein besonders Augenmerk auf die Entwicklung des Unteren Kleinbasel und ist bemüht, die Lebensqualität zu steigern. Der Leiter, Thomas Kessler, spricht in diesem Zusammenhang gerne von „integraler Aufwertung“. Dazu gehört unter anderem auch die Schaffung neuen Wohnraums – derzeit etwa in der Erlenmatt oder, in Bälde, auch am Klybeckquai. Auch der Bau des Claraturms darf in diesem Zusammenhang gesehen werden.












